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AG Geschichte besucht Kloster Stiepel

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"Damit wir nie vergessen"

Mauern markieren Grenzen, wohnt das Trennende inne – und damit der Konflikt. Etwa die Berliner Mauer, die über 28 Jahre von 1961 bis 1989 die Konfliktlinie zwischen Ost und West darstellte und die Stadt Berlin spaltete. Mit einem ca. 3m hohen Originalstück der Berliner Mauer - 2015 von den Eheleuten Werner und Anneliese Deschauer, die in den 50er Jahren aus der DDR geflohen waren, dem Kloster Bochum Stiepel gestiftet - wurde die AG Geschichte bei ihrem Besuch des Klosters am 2. November konfrontiert.

Hier erläuterte die ehemalige Schulleiterin des Don-Bosco-Gymnasiums (2001-2010), Hildegard Jäger, das zentrale Thema dieses Mahnmals und das von ihr in einem Teil ausgearbeitete Projekt „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“. Was Mauern und Grenzen anrichten, wird anhand von fünf Konfliktlinien auf der Stiepeler Mauer aufgezeigt. Gleichzeitig bietet die Mauer und die sie umgebenden Glasstelen auch Raum für Menschen und Politiker, die mit ihren Handlungen und Worten (z.B. Willy Brandt) Konflikte überwinden konnten.

Dass Lebensentwürfe von Menschen auch ganz andere Wege gehen können, wurde den Teilnehmern der AG Geschichte beim anschließenden Rundgang durch das Kloster Bochum Stiepel mit Pater Emanuel bewusst. So wurden im Jahre 1988 auf Wunsch des ersten Bischofs im Bistum Essen, Kardinal Hengsbach, vier Zisterzienser aus der Abtei Heiligenkreuz in Niederösterreich zur Klostergründung nach Bochum Stiepel entsandt. Heute leben 13 Mönche im Kloster Bochum Stiepel, deren Hauptaufgabe neben der seelsorgerischen Betreuung der angeschlossenen Pfarrgemeinde der Lobpreis Gottes ist. Wie eindrucksvoll das „Chorgebet“ ist - das vor allem aus den Psalmen besteht, die wechselweise von beiden Chorseiten gesungen werden –, davon konnten sich die Teilnehmer des Rundgangs beim abschließenden Besuch der über die Grenzen hinaus bekannten Wallfahrtskirche im Kloster Bochum Stiepel einen Eindruck verschaffen. Genauso beeindruckend war auch die Offenheit von Pater Emanuel über seine Entscheidung zu sprechen, Gott sein Leben zu widmen und das klösterliche Leben gemäß den Regeln des heiligen Benedikts zu leben. Der Blick hinter die Klostermauern und der Besuch der Stiepeler Mauer – er hat sich gelohnt.

Achim Ludwig

Zuletzt geändert am: 08.11.2019 um 21:21

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