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Spurensuche im Stadtarchiv

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Spurensuche im Stadtarchiv Essen unter Scheinwerferlicht

Was fühlte ein junger Soldat an der Front? Wie viel von der harten Realität des Krieges sickerte durch die Zensur in die Heimat? Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe EF verließen das Klassenzimmer, um diesen Fragen dort nachzugehen, wo die Geschichte der Stadt Essen verwahrt wird: Im Haus der Essener Geschichte.
 

Von der Theorie zur Praxis: Die Feldpost des Hansjürgen Baumeister
Bereits im Vorfeld hatte sich der Geschichtskurs intensiv mit der Feldpost Hansjürgen Baumeisters auseinandergesetzt. Er wohnte im Haus an der Fürstäbtissinstr. 22, besuchte das Gymnasium Borbeck und war in der Pfarrjugend St. Dionysius aktiv, bevor er 1943 eingezogen wurde. Kurz vor Kriegsende starb er bei einem Bombenangriff.
Die Briefe, die Einblicke in die Gedankenwelt und die Sorgen eines jungen Mannes während des Zweiten Weltkriegs geben, dienten als Ausgangspunkt für eine Analyse im Unterricht. Doch die digitalen Kopien gegen die echten, teils vergilbten Originaldokumente einzutauschen, war für viele ein besonderer Moment.

„Es ist ein großer Unterschied, ob man einen Text am Tablet liest oder ein Dokument in den Händen hält, das vor über 80 Jahren tatsächlich geschrieben und verschickt wurde“, so einer der beteiligten Schüler.

Archivarbeit unter Beobachtung des WDR
Der Projekttag im Stadtarchiv war jedoch nicht nur fachlich ein Highlight: Ein Kamerateam des WDR begleitete die Vertiefung unseres Projektes und eine Übergabe von Feldpostbriefen Herbert Sobietzkys. Für die Sendung Lokalzeit hielt der Sender fest, wie modern und lebendig Archivpädagogik heute aussieht. 

Unter Anleitung der Archivare lernten die Jugendlichen, wie man historische Quellen fachgerecht erschließt. Die Auseinandersetzung mit der Handschrift Baumeisters und die Entschlüsselung der zeittypischen Begrifflichkeiten forderte volle Konzentration – auch wenn im Hintergrund die Scheinwerfer der Fernsehkamera leuchteten.

Ein Fazit: Geschichte ist mehr als Jahreszahlen
Der Besuch im Stadtarchiv hat gezeigt, dass Geschichte im Ruhrgebiet nicht nur in Museen stattfindet, sondern in den Regalen der Archive darauf wartet, von der nächsten Generation neu entdeckt zu werden. 


Der Beitrag über den Besuch wurde am 24.02.26 in der WDR Lokalzeit Ruhr ausgestrahlt und ist in der Mediathek abrufbar.

LieT

Zuletzt geändert am: 28.03.2026 um 13:52

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