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In Folge der Ereignisse nach dem verheerenden Erdbeben in Japan am Fr, 11. 3. 2011, das auch zu schwersten Schäden mit Freisetzung von Radioaktivität beim Kernkraftwerk Fukushima Daiichi geführt hat, wollten wir, das ist der Physik Grundkurs ph3 aus der JgSt. 12, gerne wissen, ob man Auswirkungen davon auch bei uns in Essen nachweisen kann. So ist der Gedanke entstanden, die sogenannte Nullrate der radioaktiven Strahlung über einen längeren Zeitraum regelmäßig zu messen, um Veränderungen dieses Kennwertes feststellen zu können. Nach den Erfahrungen der Physiklehrer liegt die Nullrate am Don Bosco-Gymnasium seit langen Jahren im Bereich von 20 Imp./Minute. Als Nullrate bezeichnet man die gemessene Aktivität aufgrund der örtlich stark schwankenden terrestrischen Strahlung, der aus dem Weltall stammenden kosmischen Strahlung, sowie sonstiger Strahlenquellen. Die Aktivität wird in der Maßeinheit 1 Bequerel gemessen. (1 Bq = 1 Imp./s) Dabei muss berücksichtigt werden, dass mit der von uns verwendeten Messtechnik lediglich α- und β-Strahlung erfasst werden kann, nicht jedoch der genauso bedeutsame Anteil der γ-Strahlung. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass wir nur eine Messung der Aktivität, d. h. der Zahl der radioaktiven Zerfälle je Zeiteinheit vornehmen können. Diese ist wenig aussagefähig im Hinblick auf eine mögliche Gefährdung von Menschen. Dazu müsste man die sogenannte Dosisleistung oder die Äquivalentdosisleistung bestimmen, die angibt, welche Energiemenge pro Kilogramm Körpermasse und Zeiteinheit in Folge der Strahlung eines bestimmten radioaktiven Nuklids absorbiert wird. Dosisleistung und Äquivalentdosisleistung werden in der Einheit Sievert pro Stunde gemessen. (
1 Sv/h = 1 J/(kg*h)) Eine Dosisleistung von 1 Sv/h stellt bereits eine außergewöhnlich hohe Strahlenexposition dar. Deshalb wird die Dosisleistung häufig in Millisievert/Jahr angegeben. (1mSv = 0,001 Sv) Man rechnet für die Summe aller natürlichen Strahlenquellen in der Bundesrepublik mit einer mittleren Dosisleistung von etwa 2,1 mSv/Jahr. Hinzu kommen ca. 1,8 mSv/Jahr aus künstlichen Quellen, insbesondere durch medizinische Untersuchungen. Eine Dosisleistung von mehr als 100 mSv/Jahr gilt als Grenze, ab der mit einer signifikant zunehmenden Zahl von Erkrankungen zu rechnen ist. Allerdings kann man unter Umständen schon durch eine einzige Röntgenaufnahme (CT) eine Dosis von einigen mSv empfangen.
Sehr gute Informationen zum Thema Radioaktivität mit aktuellen Messwerten von vielen Messstellen innerhalb der BRD findet man auf den Seiten des Bundesamtes für Strahlenschutz. www.bfs.de Dazu gehört auch die Information über die Ortsdosisleistung der γ-Strahlung, die bundesweit an mehr als 1500 Standorten, darunter auch Essen-Bergeborbeck, rund um die Uhr gemessen wird. odlinfo.bfs.de/
Eine umfassende Information zu den Vorgängen in Japan mit täglich aktualisierten Lageberichten und vielen Hinter-grundinformationen stellt die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH in ihrem Fukushima Informationsportal zur Verfügung. fukushima.grs.de/ Mitgesellschafter sind hier neben der Bundesrepublik und dem Land NRW auch die Technischen Überwachungs-Vereine (TÜV).
Hier ist nun eine Graphik, die den Verlauf der von uns gemessenen Aktivität seit dem 17. 3. 2011 wiedergibt. Die Messungen fanden immer donnerstags in den Vormittagstunden statt. Dabei wurde über einen Zeitraum von jeweils fünf Minuten im geschlossenen Raum (innen) und am geöffneten Fenster (außen) gemessen. Aus den Messwerten wurde eine mittlere Aktivität bestimmt, die in dem abgebildeten Diagramm dargestellt ist. Die Aktivität im Innenraum entsprach dabei stets den Erwartungen. (s. o.) Interessant, auch für die Physiklehrer, war die Tatsache, dass die am offenen Fenster gemessene Aktivität zeitweise deutlich höher lag.
Die Messungen werden noch weiter fortgeführt, und das Diagramm entsprechend aktualisiert.
