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 Wozu Latein?

„Latein ist tot!“ Sicherlich haben Sie diesen Satz schon oft gehört oder sogar selbst gesagt. Doch Vorsicht! Das Fach Latein hat mehr mit unserer Gegenwart zu tun, als Sie auf den ersten Blick vermuten würden.
 
Latein ist tot – und das ist gut so
 
Da heute niemand mehr Latein spricht, brauchen wir keine Zeit darauf zu verwenden, die Kommunikation in dieser Sprache zu erlernen. Das bringt Freiraum für andere zentrale Kompetenzen für Studium und Beruf: Lese-, Lern-, Sprachlern- und Ausdruckskompetenz benötigen wir ständig und überall. Der Lateinunterricht kann sie mehr fördern als moderne Fremdsprachen.
 
Interkulturelles Lernen
 
Unser Lateinunterricht ist darauf ausgerichtet, Antike und Gegenwart zu vergleichen. Neben Vertrautem findet man dabei auch manch Befremdliches, das uns zur Stellungnahme anregt. Ein bewusster Umgang mit dem Fremden kann Toleranz und Offenheit fördern – Werte, die wir heute mehr denn je brauchen.
 
Unsere Wurzeln liegen in Rom
 
Die lateinische Sprache und die Welt der Antike sind das kulturelle Erbe, in dem unsere heutige gesamteuropäische Kultur tief verwurzelt ist. Die allermeisten europäischen Sprachen sind aus dem Lateinischen hervorgegangen, und auch unsere moderne Geisteswissenschaft wäre ohne Tradition der Antike undenkbar.
 

Latein als "Exzellenzfach"

Lateinunterricht als "Exzellenzfach" darf sich als Veranstaltung verstehen, die einen vertiefenden Beitrag zu einer sprachtheoretischen, ästhetischen und philosophischen Grundbildung (auch und gerade ohne unmittelbaren "Verwertungszusammenhang") leistet.
 
Freilich sollte nicht Selbstüberschätzung bzw. Überschätzung der Leistungsfähigkeit der Faches einen dazu verleiten, hier einen Anspruch zu formulieren, dem man letztlich doch nicht gerecht werden kann. Wir können aber aus Überzeugung sagen, dass die Beschäftigung mit lateinischen Texten einem gründlicheren Verständnis vom Wesen der Sprache in grammatischer und  lexikalischer Hinsicht (geschärfter Blick sowohl auf die Fremdsprache als auch die Muttersprache) sowie in ästhetischer Hinsicht (Poesie, Rhetorik) förderlich ist und dass die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Texten zu einer tieferen Beschäftigung mit wichtigen und die Lebensbewältigung betreffenden Fragen (Natur des Menschen, Wert der Freundschaft, Endlichkeit des Lebens, Wesen der Politik ...) anzuregen vermag.
 
Was wir bei antiken Autoren lesen, kann den Zauber einer Stimme verspüren lassen, die aus ferner Zeit und aus befremdlich wirkenden sozialen und kulturellen Verhältnissen zu uns spricht, kann aber auch und gleichzeitig überraschend aktuell wirken, sodass man glauben könnte, es sei auf die heutige Zeit und die bestehenden Verhältnisse bezogen.
 
Der Lateinunterricht kommt in seiner methodischen Ausrichtung einem bestimmten Charakter- oder Persönlichkeitstyp entgegen, nämlich dem Typ der Schülerin/des Schülers, die/der sich gern das geschriebene Wort beugt, sich konzentriert damit auseinandersetzt und dann besonnen darüber redet.
 
Das Latinum
 
Ihr Kind soll später einmal studieren? Vielleicht eine Fremdsprache? Oder Deutsch? Vielleicht Geschichte? Oder Theologie? Dann wird es das Latinum als Studienvoraussetzung benötigen. Das Latinum an der Uni nachzuholen ist eine stressige und mühevolle Angelegenheit. An der Schule hat Ihr Kind dagegen viel Zeit und wird angemessen gefördert.
 
...und schließlich macht Latein jede Menge Spaß! Fragen Sie uns und unsere Schüler!
 
Und für diejenigen, die noch mehr wissen möchten: ein Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen.